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Innovation SorTech
Die Kälte, die aus der Sonne kommt
Text: Marlene Köhler, Fotografie: SorTech AG
Die SorTech AG aus Halle hat eine neue Generation von Klimaanlagen auf den Markt gebracht. Sie kühlen mit Wärme anstatt mit Strom, sind kompakt, effizient und umweltfreundlich. Anlagen aus Halle arbeiten schon in ganz Europa.
Gerald Jungreithmayr aus dem österreichischen Thening ist begeistert. „Maschine funktioniert perfekt. Herrliche 23 Grad Celsius Raumtemperatur“, attestiert der Geschäftsführer der SOLution Solartechnik GmbH den Forschern und Technikern der halleschen SorTech AG. Jungreithmayr hat, wie etwa schon 100 andere Kunden in Europa, Jordanien und China, allen Grund zur Freude: Seine Klimaanlage verbraucht 90 Prozent weniger Strom als herkömmliche Geräte, weil sie Sonnenwärme, die kostenlos zur Verfügung steht, in Kälte umwandelt. Und dabei macht sie sich nicht nur im Sommer nützlich, sondern fungiert im Winter als thermisch angetriebene Wärmepumpe, die den Wirkungsgrad seiner Heizungsanlage um bis zu 50 Prozent erhöht.
Nicht nur die Sonne treibt Kältemaschinen aus dem Hause SorTech an, auch überschüssige Wärme aus Mini-Blockheizkraftwerken, aus der Erde oder industriellem Abfall ist nutzbar. Die Firma aus Halle hat sich auf Anlagen im kleinen Leistungsbereich zwischen acht und 15 Kilowatt spezialisiert. Diese Geräte in Kühlschrankgröße eignen sich zur solaren Kühlung von Einfamilienhäusern, Büros und Kleingewerbe-Betrieben. Weltweit forschen nur fünf bis zehn Konkurrenten an Geräten unter 20 KW.
Die Adsorptionstechnologie von SorTech ist patentiert. Zwar wird wie bei herkömmlicher Klimatechnik Kälte durch Verdampfung eines Kältemittels erzeugt, doch bei SorTech heißt dieses Mittel Wasser und ist damit besonders umweltfreundlich. Es entfällt der Treibhauseffekt, der bei anderen Maschinen durch das Entweichen des Treibmittels entsteht. „In einem Jahr können mit unserer ACS 08, der 8-KW-Anlage, bis zu 2,5 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden“, sagt Marketing- und Vertriebsleiter Dr. Jörg Rupp. Ein Vorzug, der auch das Brauhaus in Dessau überzeugt hat, hier wird gerade eine Anlage des halleschen Unternehmens installiert.
Ein weiteres Plus ist die innovative Beschichtungstechnologie. Die Art der Beschichtung entscheidet über die spätere Leistungsfähigkeit der Geräte. Nach mehreren Jahren Entwicklung und Feldtests wurde 2008 die erste Generation von Adsorptionskältemaschinen auf den Markt gebracht, deren Metalloberflächen mit Silikagelen beschichtet sind. Werden diese Wasser anziehenden Stoffe durch Wärmezufuhr getrocknet, verdampft Wasser und erzeugt Kälte. An einem Verfahren zur Beschichtung mit Zeolithen wird intensiv geforscht, denn das eröffnet neue Einsatzfelder.
„Unsere Technologie und damit das Endprodukt muss kostengünstiger werden“, sagt Dr. Rupp. In zwei bis drei Jahren sollen die Kosten pro Stück um die Hälfte gesenkt und die Produktion um ein Vielfaches erhöht werden. Schließlich hat man sich zum Ziel gesetzt, verstärkt Kunden im Mittelmeerbereich und im Mittleren Osten mit SorTech-Anlagen auszustatten, wie Geschäftsführerin Dr. Corinna Hengsberger bestätigt. Zu schaffen ist das für die zurzeit 24 Mitarbeiter, darunter vor allem Ingenieure, Physiker, Chemiker und Techniker, nur über optimierte Serienfertigung. Dafür reicht der Platz am bisherigen Standort, im Technologie- und Gründerzentrum am Weinbergweg, nicht aus. „Im Winter wollen wir in ein größeres Gebäude umziehen und dort eine Produktionslinie aufbauen“, erläutert Materialwissenschaftler Rupp. Eine große Halle optimiere den Ablauf und sei eine Voraussetzung für den Drei-Schicht-Betrieb, in dem dann bis zu 100 Mitarbeiter beschäftigt werden können.
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